Arbeitskultur Wohlfühlatmosphäre vs. Kinderzimmerkultur?

Autor: Bernd Meier / Datum: München, den 29.01.2020 / Kategorie: Unternehmensberatung Personal, Arbeitskultur, Teambuilding, Feelgood Manager, Wohlfühlatmosphäre, Kinderzimmermentalität

In der Beratung stößt der Berater öfter auf arbeitsbehindernde Gegebenheiten. Meistens sind es in der einfachen Variante nur falsch verstandene Vorgaben durch eine mangelhafte oder gar keine Kommunikation.

 

Wenn die Produktivität bereits sichtbar zurück geht und viele Köche an einem besseren Miteinander basteln, nimmt das Dilemma seinen Lauf.

Feelgood Manager machen alles besser oder schlimmer?

 

Ehre, wem Ehre gebührt. Es ist schwierig einer Gruppe von Menschen, die zwischen 18 und 32 Jahren alt sind, den Arbeitsalltag schmackhaft zu machen.

 

Spaß haben wollen, steht an der ersten Priorisierungsstufe und wird zielgruppenorientiert auf die Jungmitarbeiter umgesetzt.

 

Der Obstkorb, die 100 verschiedenen Wasser-Geschmacks-Sorten, die freie Auswahl an Mittagessen, die ins Unternehmen verbracht werden und den Wäscheservice sowie dem Betriebs-Heilpraktiker resp. Physiotherapeuten (20 Min-Termine) scheinen das Maß aller Dinge zu sein und doch, dennoch, trotzdem bleibt das erwartete Leistungsergebnis weder stabil noch steigerungsfähig.

Die Lösung: Leistungsstabilität durch Teambuilding?

 

Sind die Startup Euphorie, die „wir sind alle Freunde“ und „alles easy und gechillt-Mentalität“ verraucht und werden aufgrund der Gesellschaftsform Kennzahlen in betriebswirtschaftlicher Art gefordert, ist der Weg zum aktiven Teambuilding frei.

 

Auch in diesem Bereich gibt es sehr gute Anbieter, die viele Möglichkeiten zur Teambuilding anbieten.

 

Dass da auch einige Kalauer dabei sind, regt immer wieder zum Schmunzeln an. Besonders, wenn eine Sportart vorgeschlagen wird, die so weit weg von Mannschaftssport ist, wie Pferde vom Mondflug.

 

In den überwiegenden Fällen, soll durch gemeinsame Aktivität (90% Bewegung) und pädagogisch wertvoller Spiele das WIR wieder zu mehr Gemeinschaftsdenken führen und dadurch mit einem besseren wirtschaftlichen Ergebnis wieder zusammen gearbeitet werden.

 

Fast so, wie am Anfang, wo doch alle Freunde waren.

Warum das Delta größer ist als gedacht?

 

Mit dem Blick auf den Zweck eines Unternehmens ist im Grunde klar, dass es sich um einen Wirtschaftsbetrieb, in dem sich viele Menschen unterschiedlicher Einstiegspunkte befinden, handelt. Die langjährige Arbeit als Berater in Unternehmen kürzt den Blick auf die Realität ab und spiegelt das ungeschönte Bild wieder.

 

Der Faktor Mensch wird als wichtigstes Gut erkannt und gleichzeitig durch unzählige pseudoaktive Maßnahmen konterkariert. Das Gender-Auge scheint in diesen Ausgangssituationen beidseitig erblindet zu sein.

 

„Irritierend“ ist das vorherrschende Wort, wenn man das Delta analysiert. Frei nach der Methode Birkenbihl findet sowohl der Berater als auch der betroffene Mitarbeiterstamm eine ver- bzw. störende Handlung vor.

Viele vorhandenen Gegebenheiten machen nervös und unsicher und lenken in der Gesamtheit von der Arbeit ab.

 

Betrachtet man das Wort „irritierend“ methodisch, erhält man „irr“, „tier“, „end“, das wiederum die Haltung des betroffenen Mitarbeiterstamm oder sogar der Kundschaft fast greifbar mach.

 

Macht die Situation einen irre oder fühlt man sich wie ein geprügeltes oder ausgegrenztes Tier und sehnt sich der Betroffene nach dem Ende?  

Diese Fragen gilt es zu klären und welchen Einfluss sie auf das Betriebsergebnis bzw. der Leistungserbringung resp. Produktivität haben.

 

Ein guter Berater kann das ohne die Leute zusätzlich verrückt zu machen und klärt ausschließlich im 4-Augen-Gespräch mit der Geschäftsführung.

 

Die Veränderungen, die danach unter Mitwirkung des Beraters im Betrieb durch die Geschäftsführung erfolgen sind fast homöopathisch und in höchstem Maße ausgleichend. Diese für das Unternehmen wichtige Stabilität erreicht der Geschäftsführer mit entsprechendem Input und Verantwortung top-down.

Gender vs. Kinderzimmer vs. Wohlfühlatmosphäre?

 

Den meisten fällt zum Thema Gender nur Mann oder Frau ein, doch beinhaltet Gender auch generationenübergreifende Arbeitsweisen, kulturellen Hintergrund sowie Denken.

 

Natürlich kann ein 20jähriger Mensch über sehr viel Berufserfahrung verfügen, wenn er/sie/d bereits als Kleinkind sich mit dem Thema Programmierung oder anderes etc. beschäftigt hat. 10-15 Jahre dieses, jenes oder welches sind und bleiben Erfahrung.

 

Betrachtet man den Weltmarkt oder auch dem regionalen Markt auf dem die Unternehmen aktiv sind, wird sichtbar, dass Ersteller und Käufer aus unterschiedlichen Erwartungspositionen heraus agieren.

 

  • Der Käufer betrachtet das fertige Produkt/die Dienstleistung sowie deren Verfügbarkeit.
  • Der Ersteller oder Hersteller befriedigt den Bedarf durch Bereitstellung des Produktes/Dienstleistung.

 

In diesem Zusammenhang der Bereitstellung eines Services, eines Produktes, einer Innovation braucht es

 

  • unterschiedliche Mitarbeitertypen,
  • unterschiedliche Qualifikationen,
  • unterschiedliche Werdegänge und daraus folgernd auch
  • unterschiedliche Altersgruppen.

 

Menschen mit denen  Leistungskurven stehen oder fallen.

 

Proaktives Feelgood und Teambuilding kann insbesondere dann wenig ausrichten, wenn im Unternehmen ausschließlich fokussiert und dabei das gesamte Szenario in der Firma aus dem Blickfeld verschwindet.

Rollen und Rechte als Indikator?

 

Im Hype des Wachstum scheinen Geschwindigkeit, Zielplanung, Druck das Maß aller Dinge zu sein. Und die, die laut sind und sich mit „Chaka-Ausrufen“ selbst auf die Schulter klopfen wirken als Macher des Unternehmens.

 

Jedoch funktioniert der Unternehmensmotor nur, wenn alle am Entstehungsprozess Beteiligte ihren Job gut machen. Laut ist nur laut! Funktion eines Unternehmens etwas anderes.

 

Und weil Funktion etwas anderes ist und hier Struktur, Stabilität, Grundhaltung eher als trockene Arbeitsbereiche angesehen werden, findet man hier die Zielgruppe, die bei Feelgood und Teambuilding konsterniert sind.

 

Natürlich so gebildet und höflich, dass sie aus ihrer Verwirrung zur Kicker-Landschaft, Spielpausen und anderen Gadgets keine Mördergrube machen und zu manchen Kinderzimmer-Räumen und Verhalten von Personen schweigen.

 

Ebenso zu Spielveranstaltungen und dem „wir haben doch gemeinsam schon im Sandkasten gebuddelt DU“. Sie schweigen, lächeln und bewahren Haltung.

 

Haltung bewahren! Ein Umstand, der für die rationalen trockenen Bereiche im Unternehmen ein MUSS ist.

 

Es sind Menschen, die sowohl in der ersten, zweiten, dritten und vierten Reihe des Unternehmens stehen. Mit der klassischen Berufsausbildung, dem IHK Abschluss.

 

Manche von ihnen wirken ruhig, still und ausgeglichen; manche wirken genervt, nervös, meckernd.

 

An einem Standardalter kann das leider nicht festgemacht werden, denn es sind sowohl 18-22jährige als auch die Generation 35+ betroffen und manchmal auch dazwischen.

 

Von A wie Auftragsannahme über B wie Buchhaltung zu V wie Versand und anderen Bereichen sind sie zu finden. Hochqualifiziert, pflichtbewusst und fachlich als auch lebenstechnisch erfahren, was die Arbeitsweise sowie das Denken stark geprägt hat. 

Reparatur des Unternehmensmotor (Faktor: Persönlichkeitsmerkmal/ Prägung/Mensch)

 

Das Bild eines Motors spiegelt die unterschiedlichen Facetten im Unternehmen wieder. Ohne Ventilsteuerung, Zylinder, Kurbelgehäuse, Zylinderkopf, Kolben, Pleuel, Kurbelwellen, Schmierstoffe, IT, dem richtigen Mischungsverhältnis zwischen Luft und Treibstoff kann ein Motor nicht funktionieren.

 

Ordnet man den Begriffen evtl. Abteilungen u/o. Personen zu, wird sichtbar, welcher Bereich von wem besetzt ist und welche Kommunikation aufgrund der Persönlichkeitsmerkmale zu einer Stabilität u/o. Leistungsverbesserung (vorher abgesunken) führen kann.

 

Vor einem voreiligen Einstufen der Personengruppen oder Zielgruppen in Metaprogramme sei gewarnt. Diese funktionieren nur zu 30% und haben bei unbedachtem Vorgehen sogar den durchschlagenden Effekt im negativen Bereich.

 

Wie jeder Motor braucht jedes Element Luft, Raum sowie Platz, um als ein Bestandteil vom großen Ganzen effektiv zu sein.

 

Luft, Raum und Platz sollte vom Berater sowohl verstanden als auch beherrscht werden, sonst erhält der Kunde immer das Gleiche in einem anderen Gewand.

 

Miteinander ist eine Aufgabe, die alle Beteiligten in den Workflow bringen kann oder ihn zum Erliegen bringt.

 

Teambuilding und Feelgood ist nur ein Angebot, doch wird von den Initiatoren leicht übersehen, dass einige im Unternehmen u.U. darunter leiden und es einfach nur ertragen bis sie dann weg sind.

 

Angebote dieser Art sind meistens gut gemeint und brauchen von Zeit zu Zeit ein neues Setting. Unvoreingenommen und klar mit dem Blick auf den Geschäftszweck.  

 

Man kann es auch immer daran festmachen, dass die Leistungskurve trotz Teambuilding, Feelgood weiter sinkt.

 

In Fakten ausgedrückt, weniger Output, weniger Innovation, weniger Umsatz oder Absatz, weniger Leistungsbereitschaft uvm., das sich in der BWA, im Produktionsergebnis, den Kennzahlen in % und Euro darstellt.

 

ABER:

 

Wenn allerdings die Stabilen im Unternehmen bleiben und Personen der lauten und innovativen, Chaka-, Kicker-Freunde (gibt auch ruhige, fast unsichtbare) sich verabschieden, dann haben Sie ein anderes Problem und NEIN, kommen Sie erst gar nicht auf die Idee den Gedanken zu spiegeln. Sie liegen falsch!

Wir unterstützen Sie noch heute! 

 

Festnetz: +49 89 23 75 44 36

 

Erstgespräch kostenfrei!

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