Steuererklärung für die Unternehmensplanung?!

Autor: Bernd Meier / Datum: München, den 08.01.2020 / Kategorie: 
Unternehmensberatung, Finanzen, Steuererklärung, Unternehmensplanung, Aufgaben, Veränderung, Software, stragegisch, betriebswirtschafltich

Einmal im Jahr denkt jeder Unternehmer an Veränderung.

 

Spätestens, wenn die Steuererklärungen (Bilanz/EÜR/Einkommensteuer/USt, etc.) abgegeben sind und der Bescheid vom Finanzamt vorliegt.

 

Die nun folgende Reaktion vereint geschätzte 90% der Unternehmer:

 

Hätten Sie früher davon gewusst, hätte Sie die Weichen anders gestellt;  wenn Sie denn wüssten, welche Weichen es hätten sein sollen.“

 

Alternativ

 

„Wir haben doch alles gemacht, wieso ist das wieder so xyz. Ich verstehe das nicht!“

 

Anders ausgedrückt: Sie sind ein Knallzeuge! Erst, wenn das Kind in den finanziellen Brunnen gefallen ist, beginnt der oftmals blinde Aktionismus.

Steuererklärung als Wurzel des Übels Unternehmensplanung verschlafen

Steuererklärung als Wurzel des Übels?

 

Im überwiegenden Teil der Reaktionsverarbeitung, wird zuerst der Steuerberater konsultiert, der für die Zahlen stellvertretend verantwortlich gemacht wird.

 

Nüchtern betrachtet, hat der Steuerberater nur eine einzige Aufgabe: Die Abbildung der betrieblichen Zahlen sowie Erklärungen ggü. dem Finanzamt.

 

Sachlich ausgesprochen, ist der Steuerberater ebenfalls ein Akteur, der erst NACH der Zulieferung betrieblicher bzw. persönlicher Informationen, die Daten für das Finanzamt aufbereitet. Die Dinge sind bereits passiert.

 

Wird dann der Firmenabschluss (Bilanz, EÜR) erst 1,2 Jahre nach dem Ende des Wirtschaftsjahres erstellt, oder die Buchhaltung erst nach Ablauf des Kalenderjahres, fehlt der notwendige wirtschaftliche Blick auf die aktuelle Sachlage.

Ist der Steuerberater schuld?

 

Die Steuererklärung(en) erhalten insoweit einen besseren Stellenwert, wenn im aktiven Wirtschaftsjahr die Veränderungsnotwendigkeiten erkannt und entsprechend der vorbedachten Planung mit einfließen.

 

Mit Blick in die Fertigkeiten und Fähigkeiten wird schnell klar, dass die steuerliche Abbildung von Unternehmen ggü. dem Finanzamt in die Kategorie Unternehmensberatung fallen, jedoch inhaltlich vom Leistungsspektrum des  betriebswirtschaftlichen Unternehmensberaters vollkommen unterschieden werden können.

 

Der Steuerberater kümmert sich um die steuerliche Abbildung und um die Optimierung der Auswertungen im Rahmen der vorgegeben Rechte & Pflichten des Berufsstandes. Dass hierzu ein EDV-System verwendet wird, dass die Zahlen optimal abbilden und Vergleiche zum Vorjahr oder zur Kostenentwicklung erstellt werden können, vereinfacht nur das Verständnis für Zahlen.

 

In diesem Kontext kann die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) aufzeigen, ob etwas teurer geworden ist oder die Umsätze rauf oder runtergegangen sind bzw. der Ausweis des vorläufigen betrieblichen Ergebnis (Gewinn) vor Steuern.

Ist der betriebswirtschaftliche Unternehmensberater besser?

 

Im Idealfall übernimmt der  betriebswirtschaftliche Unternehmensberater an dieser Stelle das Zahlenmaterial vom Steuerberater und kann aufgrund dieser Hinweisübersicht die Fehlerquellen im Betrieb orten. Auffälliges in der BWA erkennen könnte auch ein erfahrener Steuerberater.

 

Entscheidend ist der darauffolgende weitere Umgang mit den Zahlen und den zu erfolgenden Maßnahmen. Für eine nachhaltige Veränderung im Betrieb braucht es eine erhebliche betriebliche Praxis, um die Preise, das Dienstleistungsangebot, die Produktivität, Prozessschwellen neu zu definieren. In dieser Hinsicht ist das Beherrschen einer Industriekalkulation (praxiserprobt und kein Schulmaterial) ein Bestandteil des Fachwissens, das u.U. das entscheidende Erfolgskriterium sein kann.  

 

Auch im Bereich der betriebswirtschaftlichen Unternehmensberatung können schätzungsweise nur 30 von 100 Beratern Industriekalkulation.

 

Kluge und umsichtige Unternehmensberater vermeiden in jeder Hinsicht eine Personalreduktion oder das Einstellen eines kompletten Wirtschaftszweiges und kennen andere Wege, um den Rohertrag stufenweise zu verbessern als auch die Liquidität (ohne Fremdkapital, mit vorhandenen Ressourcen) zu verbessern. 

Wessen Aufgabe ist es nun, diese Veränderungsnotwendigkeiten zu erkennen?

 

Wer an dieser Stelle nun den betriebswirtschaftlichen Unternehmensberater – hier kann auch eine Strategieberatung beauftragt worden sein – nennt, denkt zu kurz.

 

In erster Linie ist es der Unternehmer. MIT einer großen Einschränkung. Der Unternehmer hat NUR die Aufgabe zu erkennen, dass etwas gemacht werden muss und sich Unterstützung zu holen. Spätestens, wenn die Abschlüsse durch sind und das Ergebnis wenig Grund zur Freude gibt.

 

Der betriebswirtschaftliche Berater oder Strategieberater kann die Zeit weder zurück drehen noch etwas Ungeschehen machen.

 

ALLERDINGS, kann der Unternehmensberater die Segel richtig setzen.

 

In den meisten Fällen wird das Unternehmen analysiert, die Schwachstellen ermittelt und diverse Veränderungen vorgeschlagen.

 

Mit Bezug auf die Praxiserfahrung können exemplarisch auch Kalkulationsmodelle oder Prozesse oder Elemente der Personalentwicklung in verschiedenen Lösungsszenarien dargestellt werden, die die Veränderung leichter gestalten und die Hemmschwellen abmildern.

Steuerberater vs. betriebswirtschaftlicher Unternehmensberater

 

Wer diese Fähigkeiten beim Steuerberater vermutet, lastet diesem über Gebühr eine Verantwortung auf. Denn getreu dem Motto „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“ ist das Steuerwesen ohnehin komplex genug. Dahingehend findet man beim Steuerberater selten eine betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung (Zusatzausbildung notwendig) bzw. bei der Unternehmensberatung keine Steuerberatung.

 

Jede(r) ist in seinem/ihrem Fachgebiet oftmals am besten.

 

Das gilt natürlich für alle Berater, die sich nachhaltig fortgebildet haben. Jedoch muss man für Kalkulationen, Preisfähigkeit schon mehrere Jahre im Einkauf oder Verkauf in mitarbeitender Funktion und verantwortlicher Stelle als Entscheider gearbeitet haben.

 

Der siebenstufige Kalkulationsbaum ist Realität! Wer ihn nicht kann…..nun ja, dann fehlt wohl die Praxiserfahrung.

 

Die jeweilige Rolle darf kritisch hinterfragt werden. Spricht der Eine dem Anderen das Recht auf Existenz ab, ist man definitiv schlecht beraten. 

Unternehmensplanung zur Sicherung des Unternehmenszwecks

 

Das ins Auge fassen bestimmter Unternehmensziele (abgesehen von dem allseits beliebten Wachstum oder dem Weltfrieden) führt regelmäßig dazu, dass Tätigkeiten für das kommende Jahr bzw. Folgejahre aus betrieblicher Sicht geplant werden.

 

Ob hierfür eine Excel Tabelle oder gar ein Pivot-Konstrukt oder die Mitschrift (manche planen nur auf post-it) herangezogen wird, ist weder für das Eintreffen der Vorhersage noch für den Erfolg des Unternehmens ein Garant.

 

Die Planung als solche ist die Vorwegnahme zukünftiger Abläufe, Tätigkeiten.

 

Wichtig hierbei ist nur die Planungsgenauigkeit. Also dem gedanklichen Durchgehen, ob der Umsatz bzw. die Kunden nächstes Jahr so bleiben oder mehr werden oder neue Maschinen gekauft werden müssen und die Kostenstruktur sich verändern muss bzw. die Mehrkosten auf den Verkaufspreis aufgeschlagen werden müssen oder können, uvm.

Software für Unternehmensplanung

 

Natürlich gibt es einige Anbieter von Software für Unternehmensplanung.

 

Hier kann/darf man genau lesen und wird überwiegend feststellen, dass es sich um Informationen aus der erfassten Buchhaltung, Abschlüssen handelt, die die Erstellung von Prognosen (Forecast), Zielwertbetrachtung, Trendberechnungen sowie Planbilanzen, Kapitalflussrechnungen und Liquiditätsplanungen unterstützen können sollen.

 

Ähnlich dem Prinzip der BWA (betriebswirtschaftlichen Auswertung) hat der Nutzer eine oder mehrere Zahlenübersichten.

 

Die Zahl ist eine Zahl, ist eine Zahl und spiegelt lediglich den Part eins „alle Informationen als Zahl zusammen getragen“ wieder. 

Welche Unternehmensplanung ist sinnvoll?

 

Gut beraten ist nun der Unternehmer, der trotz des Zahlenwerkes mit Wetterkapriolen oder Mitarbeiterfluktuation oder anderem rechnet und das evtl. in Prozent oder in einem kalkulatorischem Euro Betrag zu Papier bringen kann, denn die betriebliche Unternehmensplanung umfasst Können und Erfahrung.

 

Der Planer versteht, dass saisonabhängige Einflussfaktoren von keiner EDV der Welt erfasst werden können, allerdings immer noch im Kopf des Unternehmers oder den Mitarbeitern im Betrieb als echtes Wissen vorhanden ist.

 

Das Erkennen, dass die Verbindung von Mensch-Wissen & Maschinen-Input (EDV) eine bessere Planungsgenauigkeit ergeben kann, klären die klassischen Planungsfallen.

 

Planungsfallen sind zum Beispiel: Sich blind auf die Zahlen verlassen oder zu spät von der Planungslücke (Steuererklärung) zu erfahren. 

Was ist im Folgejahr strategisch für die Unternehmensplanung zu tun?

 

Mit dem abgelaufenen Wirtschaftsjahr, das bei vielen am 31.12. endet, besteht immer die Möglichkeit aus Unachtsamkeiten, Fehlern oder auch von Dritten verursachten Veränderungen neues Wissen zu erlangen und es besser zu machen.

 

Dazu braucht es lediglich die Dezember BWA in der Ausfertigung „Wertenachweis zum Vorjahresvergleich“ und die Liquiditätsübersicht, denn mit dem Januar, resp. spätestens Februar im Folgejahr sollten die groben Orientierungspunkte bekannt und geplant sein.

 

Das gilt im Übrigen auch für Planungen die vorbedacht im August für das Folgejahr auf den Weg gebracht wurden. Hier liegt der Fokus auf dem Abgleich der Erwartungen und dem Ist.

 

Danach heißt es nur noch LESEN und bei Verständnisfragen den Steuerberater konsultieren und bei dem Wunsch der Veränderung der Produktivität, Effizienz, Planungsgenauigkeit bzw. einer erkennbaren Veränderungsnotwendigkeit den betriebswirtschaftlichen Unternehmensberater für die ersten Schritte (Handlungsempfehlungen/Stellschrauben) mit ins Boot nehmen.

Was ist zu tun, wenn die BWA fehlt?

 

Wer an dieser Stelle für sich feststellt, dass er/sie/d gar keine BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung) hat, weder für Dezember noch für irgendeinen Monat der vergangen Jahre, hat die erste Aufgabe schon gewonnen, die da lautet, die BWA in entsprechender Ausfertigung „Wertenachweis zum Vorjahresvergleich“ vom Steuerberater anzufordern und ab jetzt generell für jeden abgelaufenen Wirtschaftsmonat.

 

Das ist ein kleiner Click im EDV-System des Steuerberaters und wird als pdf per Mail versandt.

Wir unterstützen Sie noch heute! 

 

Festnetz: +49 89 23 75 44 36

 

Erstgespräch kostenfrei!

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