Schließt der Brexit die Limited Gläubigerfalle?

Autor: Beatrice Bendig / Datum: München, den 11.10.2019 / Kategorie: 
Unternehmensberatung Finanzen Brexit Gläubiger Falle Rechtsformwandlung Anwalt

Der schöne Schein bröckelt. Zunehmend! Weil der Brexit den Blick immer wieder darauf fokussiert, dass eine Vorbereitung zwingend notwendig ist! 

Hohes Ausfallrisiko

Die Bereiche Steuern, Transport, Dienstleistung und Rechtliches bergen zum Leidwesen von unzähligen Auftragnehmern ein erhebliches Ausfallrisiko. Das heißt, der Limited Inhaber bleibt die Zahlung der Rechnung schuldig und obwohl ein nachgewiesener Anspruch – auch im Klageverfahren besteht  - gibt es zumeist nur ein pfändbares Stammkapitel von 300 Euro oder weniger.

Niederlassungsfreiheit macht es säumigen Schuldnern leicht

Das ausgeklügelte System scheint bei den wenigen schwarzen Schafen hauptsächlich auf das Thema Steuern ausgerichtet zu sein.

 

Bei den schwarzen Schafen trügt das Bild des erfolgreichen Unternehmers, denn bei genauer Betrachtung IST dieser bereits privat hoch verschuldet, weil die Hausbank in Deutschland die Darlehen nur an die Privatperson adressiert hat.

 

Obwohl die Limited der GmbH ähnlich ist, ist der Standort der Limited der entscheidende Faktor, damit ein Schuldner Leistungen beauftragen und annehmen kann und NIE bezahlen muss.

 

Der Klageweg endet für den Gläubiger in hohen Kosten und das Ergebnis ist vernichtend, denn nur das Stammkapital ist das Geld, das der Gläubiger pfänden lassen kann. Zum Joker, der privaten Haftung, kommt es erst gar nicht und ist bei betriebswirtschaftlichem Unvermögen des Auftraggebers ohnehin obsolet. 

Geschätzt 13% sind unseriöse Limited Inhaber

Wenn der Brexit kommt, wird es eng. Für die schwarzen Schafe im Grunde schon vorher, wenn das deutsche Finanzamt dieses Hin- und Hergeschiebe erkennt und einen Riegel vorschiebt. In diesen Fällen wäre das aus der Sicht der Gläubiger wünschenswert.

 

Wen kann es nun treffen, wie viele schwarze Schafe tummeln sich in Deutschland?

  • Rund 3.900 Unternehmen.
  • Das sind durchschnittlich 244 pro Bundesland.
  • Bei 314 Städten in Bayern sind das in Zahlen ausgedrückt 0,7 schwarze Limited-Schafe pro Stadt.

 

Im Grunde ist ein schwarzes Schaf pro Stadt zu verkraften, doch leider vergisst man zu schnell denjenigen, der auf sein Geld wartet.

Wie könnte man unseriöse Limited Inhaber erkennen?

Natürlich gibt es unzählige Limited, die sauber, ordentlich und korrekte Wirtschaftsbetriebe sind, doch die schwarzen Schafe weisen oftmals fast schon einen psychotischen Habitus auf im Sinne eines sogenannten kreativen Gestaltungsspielraums:

 

  1. Der Inhaber hat ein bis drei Unternehmen unterschiedlicher Rechtsform, eines davon im europäischen Ausland.
  2. Die Unternehmen haben sich vermischende Tätigkeitsschwerpunkte.
  3. Der Unternehmer kann keine Zahlen der jeweiligen Unternehmen vorlegen, trotz monatlicher Umsatzsteuerabgabe.
  4. Die Kasse ist seit Monaten nicht gebucht.
  5. Die Bank gewährt dem Inhaber Darlehen auf Basis von Aufträgen.
  6. Die Aufträge existieren nur zum Teil. Die überwiegende Auftragslage ist reines Wunschdenken. Projekte und Aufträge werden immer mit mehreren Millionen Gewinn angepriesen, für die es keine Kunden gibt.
  7. Der Unternehmer beauftragt verschiedene Berater. In hoher Wahrscheinlichkeit alle ohne Bezahlung.
  8. Die Bank gewährt neben den Darlehen eine kurzfristige KK-Linie für ein konkretes Projekt. Ausgaben, Einnahmen sind seit Monaten weder verbucht und die Bank zweifelt an der Existenz des Projektes.
  9. Die unterschiedlichen Firmen weisen Umsätze auf, jedoch tragen diese nicht dazu bei, dass die Betriebskosten gedeckt sind.
  10. Der Unternehmer kennt seine Betriebskosten nicht. Über Nacht können aus 25.000 Euro Personalkosten schon 50.000 Euro werden. Ohne Nachweis, dass die Mitarbeiter wirklich existieren.
  11. Der Unternehmer beantragt, obwohl das Unternehmen angeblich spitze ist, finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt mittels ALG II.
  12. SCHULD sind die BANK, der angebliche Auftraggeber, weil dieser den Vertrag nicht verlängert hat, und, und, und.....
  13. Der Unternehmer lebt über seine Verhältnisse:
  • Entnahmen sind 3-mal so hoch wie die Einnahmen, vor Steuern.
  • Der Unter fährt selbst zwei Autos. Beide im höheren Preissegment (ab 80 Tsd. für Auto eins und ab 140 Tsd. für Auto zwei).
  • Wiederkehrende monatliche Zahlungsverpflichtungen sowie die Vertragslaufzeiten sind dem Unternehmer unbekannt.
  • Mahnbescheide zu Käufen, in Anspruch genommene Leistungen werden verschwiegen und sind in zahlreicher Form vorhanden.

Was tun, wenn der Auftraggeber eine Limited mit Niederlassung in Deutschland ist

Sie können vor der Auftragsannahme um Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse bitten. Außer der darlehensgebenden Bank haben Sie zwar keinen Rechtsanspruch darauf, aber die seriösen Limited haben kein Problem damit.

 

Darüber hinaus können Sie auf oben genannte Verhaltensweisen und Auffälligkeiten beim Unternehmer achten, was ein evtl. klareres Bild ermöglicht.

 

  • Wenn ein und diesselbe Person gleichzeitig mindestens zwei oder sogar drei Fahrzeuge fahren können möchte, die alle sehr, sehr teuer sind, dann darf man sich fragen, wie der Unternehmer das beim Finanzamt durchbekommen haben will? Vermutlich sind die Jahresabschlüsse noch gar nicht erstellt.

 

  • Aus unternehmerischer Sicht könnte das kreative Fuhrparkmanagement des Inhabers eine ggü. dem Finanzamt schwer darzustellende Notwendigkeit sein.

 

FAZIT: Fehlender Weitblick, fehlende Kenntnisse über die Pflichten als Unternehmer als auch der völlige Blindflug in Kosten und Lasten disqualifiziert diesen Unternehmertypen als vertrauenswürdigen Geschäftspartner. ;-) 

 

Natürlich können Sie als probates Mittel  Vorauskasse verlangen. Zahlt er nicht, dann haben Sie Glück gehabt. 

Was könnte der BREXIT für Gläubiger ändern?

Gar nichts. Denn die weiterhin säumig bleiben wollenden Schuldner werden andere mögliche Wege finden, um zahlungsUNWILLIG zu bleiben.

 

Vielmehr könnte das Ausweichen nach Malta die meist gezogene Option werden.

 

Auch, wenn der harte Brexit kommt und die Limited in England geschlossen wird und der Unternehmer privatrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden könnte, wird der Inhaber bis zum Tag X weiter schlecht wirtschaften und garantiert pleite sein.

 

Dagegen arbeitet weiterhin die Verjährungsfrist und wenn die Rechtsformwandlung dann immer noch durch Brexit oder Nicht-Brexit ruht, läuft dem Gläubiger buchstäblich die Zeit davon.

Ist die Limited in England oder Malta ein Risiko für Auftragnehmer?

Ja!

Zumindest bei den unseriösen Limited Inhabern. Neues Land, gleicher Unternehmertyp.

 

Ist die Einlage der Limited in England quasi mit einem Pfund leer, bleibt oftmals auch die Limited auf Malta leer.

Wir unterstützen Sie noch heute! 

 

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Mobil: +49 176 32 93 15 85 

 

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