Inhalt Digitalsierungsplan

Die Bedeutung von "qualifziert"

Grundlage für eine Investition ist eine schlüssige Gesamtdarstellung des Digitalisierungsvorhabens.

 

Hierbei unterstützt eine eindeutige und zielgerichtete Beschreibung der Investition (Digitalisierungsplan) in digitale Technologien und Know-how die Ermittlung des Fach-, Sach- und Geldbedarf.

 

Dritte haben mit einem Digitalisierungsplan eine fundierte Grundlage zu einer Kredit- bzw. Fördermittelentscheidung.

 

Weit vor einer digitalen Unternehmensentwicklung kann ein Digitalisierungsplan den KMU sowie Handwerksbetrieben  darüber Aufschluss geben, welcher digitaler Sprung von Nutzen ist und wie vorab bereits eine gezielte Kosteneinschätzung die Liquidität schont.

 

Vereinfachungen im digitalen Bereich sind oftmals bereits erfunden worden und oftmals weit unter dem Mindest-Budget bei Förderungen.

Autor: Stefan Krüger ©/ Datum: München, den 01.09.2020 / Kategorie: 
Unternehmensberatung, Digitalisierung, Qualifizierter Digitalsierungsplan KMU Handwerk, Muster, Inhalt, Relevanz, Grundlage, Konzept, Strategie

1. Digitalisierungsthemen KMU und Handwerk

 

  • Verbesserung der Geschäftsprozesse (Auftrag, Produktion/Herstellung, Lieferung & Leistung, Rechnung, Finanzbuchhaltung)

 

  • Verbesserte Nutzung der Chancen digitaler Geschäftsmodelle (Vertrieb & Absatz, Kundenmanagement, Online-Shop, Leistungen)

 

  • Bessere Chancen am Markt (Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit) durch Optimierung der Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle (Umstellung auf digital)

 

  • Befähigung der Mitarbeiter zur persönlichen und fachlichen Entwicklung (selbstständiges Erkennen, Bewerten Anstoßen von Digitalisierungsbedarf und Innovationen (Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle)

 

  • Beitrag & Pflicht zur Erhöhung der IT-Sicherheit (DS-GVO, Cookie, Plug-In, Datenschutz)

 

  • Regional besser aufgestellt durch Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch digitale Neustrukturierungen im Unternehmender 

2. Qualifizierter Digitalisierungsplan besteht aus 5 Stufen

 

Ein qualifizierter Digitalisierungsplan kann auch in Eigenleistung des Unternehmens erstellt werden. Eine Unterstützung durch einen externen Berater wird empfohlen, ist jedoch keine Pflicht.

 

Stufe 0: Digitalberatung (Vorarbeiten, Unternehmensanalyse)

 

Stufe 1: Zusammenstellung des Digitalisierungsplans (Prüfung der Vorarbeiten, Fehlendes, Lücken)

 

Stufe 2: Tatsächliche Erstellung des Digitalisierungsplans (Erstellung gem. Vorgabe(n) aus Förderrichtlinie)

 

Stufe 3: Konkretisierung für die Umsetzung des Digitalisierungsplans (Handlungsempfehlung für beteiligte Dritte)

 

Stufe 4: Umsetzung des Digitalisierungsplans (Unterstützende Begleitung der Maßnahmen)

Digitale Prozesse Digitale Innovationen brauchen einen qualifzierten Digitalisierungsplan

3. Inhaltliche Vorgaben - der Muster Digitalisierungsplan

 

Ziel eines Digitalisierungsplans ist es unternehmensübergreifend als auch in Teilbereichen sowie einer digitalen Neuausrichtung von Arbeitsabläufen mittel- bzw. langfristig eine digitale Geschäftsfeldentwicklung u/o Produkt-, Leistungsentwicklung zu begründen.

 

Ein „qualifizierter“ Digitalisierungsplan sollte Folgendes beinhalten:

 

  1. Beschreibung der geplanten Investition
  2. Art der Investition
  3. Ziele des Investitionsvorhaben
  4. Darstellung der erwarteten Wirkungen
  5. Darstellung der erwartenden technischen und wirtschaftlichen Effekte
  6. Hervorhebung der Synergieeffekte zwischen IT-Anwendungen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen
  7. Auswirkung der Digitalisierung auf
  8. Geschäftsmodell und/oder Geschäftsfeld(er)
  9. Marktposition
  10. Wettbewerbsfähigkeit
  11. Digitalisierungsgrad
  12. (Neu)-Gestaltung Unternehmensprozesse bzw. Organisationsabläufe (Effizienz)

Unabhängig einer möglichen Förderung, ist eine strukturierte und genaue Vorgehensweise hilfreich, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und zielgerichtet mit dem Blick auf den zu erreichenden Effekt aussagefähige Grundlagen zu schaffen.

 

❗ Die größten Fehlerquellen in der Beschreibung von Digitalisierungsvorhaben sind die

  • Selbstüberschätzung sowie
  • Unterschätzung der bewilligenden Behörde (oder Bank).

4. Digitalisierungsplan vs. Aufwand

 

Die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, kann vorab am Programm „Digital Jetzt“ verifiziert werden.

 

Nach gängiger Auffassung sollte jedes Unternehmen in der Lage sein einen qualifizierten Digitalisierungsplan, der für einen möglichen Förderantrag zugrunde gelegt wird, selbst erstellen zu können.

 

Dies ist möglich, wenn man zum Beispiel unser Muster verwendet und in Eigenleistung das gesamte Vorhaben inklusive Ist-Analyse beschreibt.

 

❗ Es kommt darauf an, ob und wie geschickt der Ersteller mit bildhafter und sachlicher Darstellung alle Informationen zu liefern kann.

 

❗ Hier muss exakt und genau formuliert werden, denn nach der Maßnahme erfolgt die Überprüfung durch die bewilligende Behörde.

 

❗ Sollten hier Unstimmigkeiten oder zu rudimentäre Aussagen getroffen worden sein, kann und wird es im Nachgang auffallen, was die Ausschüttung des nicht rückzahlbaren Zuschuss massiv gefährdet!

 

Geschätzter Zeitaufwand, sofern alle notwendigen und entscheidenden Parameter bekannt und gut vorstrukturiert sind: 

 

Stufe 0: ab 72 Std.

Stufe 1: ab 40 Std.

Stufe 2: ab 48 Std.

Stufe 3: ab 96 Std.

Stufe 4: ab 72 Std.

 

Erwartungsgemäß muss ein nachträglich hinzugezogener Berater bei einer erbrachten Eigenleistung des Auftraggebers (Stufe 0) die zugelieferten Vorarbeiten sachlich und fachlich prüfen (Stufe1).

 

Erst, wenn alle Fragen und Lücken aus der Überprüfung (Stufe 1) geklärt und abgeschlossen sind, kann eine tatsächliche Erstellung des Digitalisierungsplans (Stufe 2) erfolgen.

5. Module Förderung "Digital Jetzt"

 

5.1           Modul 1 „Investition in digitale Technologien“

Investitionen in konkret zu benennende digitale Technologien (in der Regel Drittleistungen) und damit verbundene Prozesse und Implementierungen.

Hard- und Software, welche die interne und externe Vernetzung der Unternehmen fördern unter Beachtung verschiedener Aspekte wie beispielsweise datengetriebener Geschäftsmodelle, Künstliche Intelligenz, Cloud-Anwendungen, Big-Data, Einsatz von Hardware (beispielsweise Sensorik, 3D-Druck) sowie IT-Sicherheit und Datenschutz

 

Mindestinvestition (Untergrenze der Förderhöhe): 17.000€uro

Maximalinvestition (maximale Fördersumme): 50.000€uro

 

Umkehrschluss: Ist die geplante Investition niedrieger als die Untergrenze, steht der Zeitaufwand für den Digitalisierungsplan in kritischem Zusammenhang!

 

5.2           Modul 2 „Investition in die Qualifizierung der Mitarbeitenden“

Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Technologien.

·        Qualifizierungen oder Weiterbildungsmaßnahmen zur Digitalen Transformationen, zur Digitalen Strategie, in digitalen Technologien, in IT-Sicherheit und Datenschutz, zu Digitales und agiles Arbeiten oder in digitalen Basiskompetenzen.

 

·        Die Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen wird im Digitalisierungsplan beschrieben und ist in Zusammenhang zu den Zielen der Digitalisierung des Unternehmens zu setzen.

 

·        Das Qualitätsniveau der Weiterbildungsanbieter der Qualifizierungsmaßnahmen muss durch eine Zertifizierung nach der ISO 9001-Norm17 oder eine Akkreditierung nach AZAV18 belegt sein.

 

Mindestinvestition (Untergrenze der Förderhöhe): 3.000€uro

Maximalinvestition (maximale Fördersumme): 50.000€uro

 

Umkehrschluss: Ist die geplante Investition niedrieger als die Untergrenze, steht der Zeitaufwand für den Digitalisierungsplan in kritischem Zusammenhang!

 

5.3           Maximale Förderquoten gestaffelt nach Unternehmensgröße

(Mitarbeiter Vollzeitäquivalent – VZÄ) bis zum 30. Juni 2021 wie folgt gestaffelt:

  • Bis 50 Mitarbeiter: bis zu 50 Prozent
  • Bis 250 Mitarbeiter: bis zu 45 Prozent
  • Bis 499 Mitarbeiter: bis zu 40 Prozent

6. Ohne Digitalisierungsplan (Konzept) keine Grundlage

 

Möchte ein Unternehmen nur eine Standardsoftware (übliche Betriebssysteme oder Bürosoftware bzw. Steuersoftware) einführen, sind die Kosten überschaubar und generell nicht förderfähig.

 

Handwerksbetrieben und KMU wird oftmals suggeriert, dass alles zu teuer ist und sie werden auf eine Teilbereichsdigitalisierung reduziert, die – oh Wunder – im Gesamtbild nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

 

Für die Verifizierung des Investitionsbudgets sollte/darf zuerst darüber nachgedacht werden, was digitalisierungsfähig ist, bzw. an welchen Stellen im Unternehmen noch mit unterschiedlichen Systemen gearbeitet wird.

 

Strukturiertes Vorgehen kann wie folgt dazu aussehen:

 

  1. Ausgangslage
  2. Lösung
  3. Ergebnis

 

In Anlehnung an dieses Schema kann/darf die Struktur des Digitalisierungsplans (siehe Punkt 3) zur Konzepterstellung herangezogen werden. 

7. Die Relevanz gibt Aufschluss zur Digitalisierungsentscheidung

 

Entscheidend ist das Erkennen der Aufgabe zur durchgängigen Digitalisierung im Unternehmen und der Entwicklung für neue digitale Geschäftsmodelle.

 

❗ Ein qualifiziertes Konzept zur Digitalisierung muss daher fundiert in Zusammenhang mit den Zielen gesetzt und über alle Bereiche im Unternehmen die Wirkung erläutern können.

 

❗ ⚠️Vorgefertigte Textpassagen aus Standardkonzepten passen überwiegend nur auf das Unternehmen, für das das ursprüngliche Konzept erstellt wurde (copy and paste).

 

⚠️ Eine weitere Krux in Digitalisierungsplänen ist die rudimentäre Betrachtung aus einem einzigen Blickwinkel ohne den Kontext zu nachfolgenden Bereichen (1 bis 9) darzustellen.

 

1.   Online Business,

2.   Materialwirtschaft,

3.   Service als Dienstleistung,

4.   App,

5.   Fertigung & Herstellung,

6.   Betriebliches Rechnungswesen,

7.   Schnittstellen,

8.   Logistik,

9.   Unternehmens Cockpit

 

Wenn Sie im Digitalisierungsplan behaupten, dass dieser oder jener Effekt eintrifft und sich nach Überprüfung herausstellt, dass Sie

 

  • erstens um das Angebot des Softwareanbieters einen Digitalisierungsplan herumgeschrieben haben
  • zweitens die erwarteten Effekte von woanders abgeschrieben und nicht auf Ihr Unternehmen zutreffend sind
  • drittens überhaupt keine Unternehmensanalyse auf Nachfrage darstellen können
  • viertens keine signifikanten Verbesserungen erkennbar sind
  • fünftens Sie keine Unternehmensentwicklung vollzogen haben

 

könnten Sie evtl. im Förderbetrug landen!

 

Auch Banken sind regelmäßig not amused, wenn sich die Investition als Flop herausstellt, denn sie können u.U. die Rückzahlung des gewährten Kredit gefährden.

Ihr Effizax-Team

 

Festnetz: +49 89 23 75 44 36

 

Erstgespräch kostenfrei!

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