Digitalisierungsplan

10 Irrtümer

Die Verwechslung von Digitalisierungsvorhaben, Digitalisierungsmaßnahmen und einem Digitalisierungsplan bringen Förderanträge inhaltlich sowie strukturell ins Straucheln und schlimmstenfalls zum Scheitern.

 

Oftmals erkennt der Zuwendungsempfänger (Antragsteller einer Förderung) bereits beim Erfassen der individuellen Daten, dass ihm/ihr/d entscheidende Informationen, die zum Nachweis und als Antrags-Voraussetzung gesetzt sind, fehlen.

 

❌ Für den angedachten Zweck das falsche Förderprogramm ausgewählt

❌ Kriterien für den Förderantrag unterschätzt

❌ Fehlende und zu 99% nicht ausreichende Unterlagen!

 

⚠️ Die Vorbereitungen für Anträge zu Förderprogrammen sind umfangreich und ebnen den Weg, um eine Förderung zu erhalten!

 

⚠️ Ein schlecht durchdachtes Vorgehen, endet beim Abbruch in der Dateneingabe im Online-Antragsverfahren! 

Autor: Effizax © / Datum: München, den 19.08.2020 / Kategorie: 
Unternehmensberatung, Digitalisierungsplan, Digitalisierungsmaßnahme, Digital Beratung, Irrtümer, Förderrichtlinie, Download, Unternehmen digitalisieren

Irrtum 1: Digitalisierungsvorhaben ist ein Digitalisierungsplan

 

Ein Vorhaben ist eine Entscheidung mit einer schrittweisen Betrachtung, nebst Abstimmung und einer Willensbekundung für bzw. zu etwas.

 

Dem zugrunde liegend kann bei einem Digitalisierungsvorhaben auch ein Grobkonzept angenommen werden. Inhaltlich sollte dabei geklärt sein, was digitalisiert werden sollte und welche Verbesserungen durch die Digitalisierung angenommen werden dürfen.

 

Im Ergebnis beschränken sich Lösungen aus Digitalisierungsvorhaben im KMU meistens auf kleine Lösungen, wie die Installation einer Software (wie zB Steuersoftware oder einer Bürosoftware).

Irrtum 2: Digitalisierungsmaßnahme ist ein Digitalisierungsplan

 

Maßnahmen sind Handlungen, die  - für sich alleine oder auch übergreifend - ein bestimmtes Ziel erreichen sollen.

 

Rudimentär kann eine Aneinanderreihung einzelner Maßnahmen auch als Plan gesehen werden. Entscheidend sind die zu erwartenden Effekte aus den verschiedenen Maßnahmen.

 

Aufbauend auf unterschiedliche Maßnahmen kann ein Digitalisierungsplan grundlegend damit aufgesetzt (begonnen) werden.

 

Eine einzelne losgelöste Maßnahme ergibt jedoch noch keinen Digitalisierungsplan, sofern die Effekte auf andere Bereiche und den dort folgenden Maßnahmen unbeschrieben bleiben. 

Irrtum 3: Digitalisierungsplan ergibt sich automatisch aus den Digitalisierungsmaßnahmen

 

Einfache Digitalisierungsvorhaben, die eine konkrete Maßnahme benennt und zügig in die Umsetzung gehen kann, ist gesetzter Standard in Unternehmen.

 

Eine Aneinanderreihung von Tätigkeiten zu einer Digitalisierungsmaßnahme, die sich im Angebot des Wunschdienstleisters wieder finden, stellt keinen fundierten Digitalisierungsplan für das Unternehmen dar.

 

Insofern ist eine single-Lösung für einen einzelnen Geschäftsbereich im Endeffekt lediglich eine Maßnahme, die es umzusetzen gilt.

 

Der Charakter einer Digitalisierung ist leider damit weder getroffen, noch ist das Grundverständnis der digitalen Veränderung im Unternehmen angekommen, wenn ausschließlich von Dienstleistern das Angebot als Digitalisierungsplan fungieren soll.

 

Die Relevanz gibt Aufschluss über die Digitalisierung. Ohne das Tangieren anderer Bereiche und einer durchgängigen Digitalisierung als Ziel, sind single-Lösungen besser als gar keine Digitalisierung.

 

Doch nach zwei Jahren beginnt man erneut mit der Digitalisierung und tauscht die zuerst gewählte digitale Lösung durch ein übergreifendes System aus. Oder man bemüht den Softwarehersteller zur Programmierung von Schnittstellen oder man gibt an dieser Stelle erneut auf.

Irrtum 4: Digitalisierungsplan wird überbewertet

 

Unternehmen, die in der Lage sind ihren Bedarf zu erkennen, diesen zu formulieren, Handlungen abzuleiten und Maßnahmen auf den Weg zu bringen sowie das Ergebnis zu controllen, sind bei kleinen KMU eher rar gesät.

 

Ist ein Unternehmen jedoch gewillt hier einen digitalen Entwicklungsschub zu leisten, sind die Grenzen sofort offensichtlich.

 

❗ Das Anforderungsprofil zu Digitalisierungsplänen ist erheblich.

 

Besonders, wenn ein Digitalisierungsplan als Voraussetzung für Förderentscheidungen herangezogen wird.

 

Laien sehen die Anforderungen teils als zu überzogen an bzw. unterschätzen die inhaltliche Ausprägung.

 

Ein „das ist doch gleich erstellt“ oder „das kann man doch aus den Maßnahmen abschreiben“ steht in direktem Zusammenhang zum Scheitern des Förderantrages.

 

Wer hier leichtfertig denkt, geht im Grunde zu einer Prüfung in einem Fach – das er/sie/d nicht kennt - ohne sich darauf vorbereitet zu haben.  

Irrtum 5: Förderkriterien im Digitalisierungsplan bagatellisieren

 

Eine Förderung zur Realisierung von einem Digitalisierungsvorhaben setzt den korrekten Antrag sowie die Vorlage der geforderten Unterlagen voraus. Darüber hinaus sollte jedem Antragsteller bewusst sein, dass die Angaben der Wahrheit entsprechen müssen.

 

Ein zu schnelles oder leichtfertiges „das wird schon stimmen“ kann schwerwiegende Folgen haben, wenn der Antragsteller sich im Förderbetrug wieder findet.

 

Im günstigsten Fall wird der Antrag bei kleinen und größeren Fehlern ohnehin abgelehnt. Im schlechtesten Fall kann bei einer Überprüfung, die generell nach dem Ende der Digitalisierung erfolgt, ein Förderbetrug festgestellt werden.

 

Daher empfiehlt es sich genau darüber nachzudenken, welche Digitalisierungsmaßnahme wirklich förderfähig ist.

Irrtum 6: "Von der Förderung ausgenommen" interpretieren wollen

 

So komplex Förderanträge sind, so komplex ist auch eine Herleitung der geförderten Themen. Leider wird oftmals suggeriert, dass das Eine oder Andere garantiert gefördert wird.

 

Im Umkehrschluss erfahren die Antragsteller nach Einreichen der Abschlussunterlagen, dass dem nicht so ist.

 

Beliebt sind in diesem Zusammenhang immer die Erstellung von Standard-Webseiten oder -Webshops, Standard-Online-Marketing-Maßnahmen, der Erwerb von Standard-Software (wie herkömmliche Bürosoftware oder Betriebssysteme).

 

Den Begriff Standard würden viele Dienstleister für sich nicht in Anspruch nehmen wollen, denn jeder Kunde ist anders und daher kann die Erstellung einer Webseite gar kein Standard sein.

 

Der Unterschied ergibt sich in der Logik. Individuelle Änderungen der Programmierung sind weitgehend nur Anpassungen an den jeweiligen Kundenbedarf. Das Grundgerüst ist und bleibt bei näherer Betrachtung Standard.

 

Im Digitalisierungsplan muss daher deutlich herausgearbeitet sein, warum diese Digitalisierung förderfähig ist.

Irrtum 7: Digitalisierungsplan leicht zu erstellen

 

Abgesehen davon, dass jedes Thema und jede Aufgabe durch Recherchieren, Abwägen, Mustervorlagen und Abschreiben lösbar ist, ist die für das Unternehmen wichtige Digitalstrategie nachhaltig.

 

Da viele Unternehmen bereits in Teilen des Unternehmens digitalisiert sind und nicht die Wirkung erzielt haben, die in der Strategie fixiert wurde, kommt es auf das bereits im Unternehmen Vorhandene und Fehlende an.

 

Eine Homepage bringt noch keine Kunden, ebenso ein Shop.

 

Überdenkt man das eigene Geschäftsmodell und die bisherige Tätigkeit, ergeben sich Neuausrichtungen in der Digitalisierung.

 

Beginnend mit dem Herstellungsprozess im Unternehmen zu Produkten oder Dienstleistungen können und dürfen Abläufe digital gedacht werden.

 

Hierbei sind offensichtliche Brüche im Ablauf relevant, um eine durchgängige Digitalisierung anzustreben. Doch nicht nur das Fehlen einer digitalen Schnittstelle ist entscheidend, sondern ob das Geschäftsmodell zukunftsfähig ist.

 

Wenn es in absehbarer Zeit keinen Kundenmarkt mehr für das Produkt oder die Dienstleistung geben wird, stirbt die Branche mittel- bzw. langfristig aus.

 

Eine Digitalisierung wäre zwar gut gewesen in der Neustrukturierung, jedoch Branchenveränderungen zu spät zu erkennen und zu handeln ebenen den Weg.

Irrtum 8: Digitalisierungsplan in einer Stunde oder zum Download

 

Fundierte Digitalisierungspläne benötigen eine umfassende Betrachtung des Unternehmens (Vorgabe), was Zeit braucht.

 

10 Tage darf man für die Erhebung der Informationen, der Ableitung der Erfordernisse für das Unternehmen einplanen.

 

Hinzu kommt die Erstellung des aussagefähigen Digitalisierungsplan gem. den Vorgaben einer Förderrichtlinie.

 

Sicherlich wird es in absehbarer Zeit Portale geben, die einen Digitalisierungsplan zum Download anbieten.

 

Inhaltlich darf man jedoch wenig erwarten, denn die Förderrichtlinien sind ebenso unterschiedlich wie die Unternehmen und das Digitalisierungsvorhaben selbst.

 

Die weitere unterschätzte Hürde ist das Erfassungssystem der bewilligenden Behörde. Hier wird man sehr gut durchs jeweilige Programm (Feldbefüllung) geleitet, jedoch gibt es – wie immer – Ausschlussfragen (KO).

 

Dabei sind die zu nennenden Informationen zum eigenen Unternehmen manchmal einfach, manchmal umfangreich und manchmal betriebswirtschaftlich geprägt. Dies gilt gleichlautend für die vorzulegenden Unterlagen.

 

Erklärungen zu de-minimis, Bestätigungen des Antragstellers nebst Belehrung (Subventionsbetrug) und rechtskräftiger Unterschrift kommen noch hinzu.

Irrtum 9: Richtlinienvorgabe zum Digitalisierungsplan

 

Die Erläuterung des Vorhabens sollte neben Sachinformationen klar darstellen, ob es sich um erstmalige digitale Veränderungen oder um die Erhöhung des Digitalisierungsgrad handelt. Und, ob individuell für das Unternehmen abgestimmte Lösungen zur IT-Sicherheit oder eine Umstellung von Standardlösungen erfolgen sollen.

 

Bei Vorhaben ist generell schematisch vorzugehen. Dahingehend ist die kürzeste Form eines Schemas:

  1. Ausgangslage
  2. Lösung
  3. Ergebnis

Das reicht jedoch bei einem Digitalisierungsplan nicht aus.

 

Der Digitalisierungsplan muss darüber hinaus die Beschreibung, die Art der geplanten Investition sowie die erwartenden Effekte enthalten. 

 

Die Darstellung der nachhaltigen Wirkung der Investition im Kontext  wird bei einer rudimentären Abhandlung eine unschlüssige Gesamtdarstellung des geplanten Investitionsvorhabens dokumentieren und voraussichtlich eine negative Förderentscheidung nach sich ziehen. 

Irrtum 10: Förderrichtlinie durch Bewilligung erfüllt

 

  • Nach der Bewilligung einer Förderung ist vor der Auszahlung!
  • Öffentliche Gelder werden auf ihre Verwendung hin überprüft! 

 

Das heißt, dass nach Ende der Digitalisierungsmaßnahme (Zeitfenster beachten) der Antragsteller zur Auszahlung der Förderung weitere Schritte zu erfüllen hat.

Ihr Effizax-Team

 

Festnetz: +49 89 23 75 44 36

 

Erstgespräch kostenfrei!

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